Es gibt zahlreiche veröffentlichte Social Media Guidelines von Unternehmen, Verwaltungen und Organisationen. Sie zeigen, wie unterschiedlich Länge, Ton und Struktur ausfallen können. Als Anregung sind sie wertvoll, als Vorlage zum Übernehmen nicht.
Was gute Guidelines gemeinsam haben
- Klare Sprache: kurze Sätze, aktive Formulierungen, keine Juristenprosa im Leitfaden.
- Vertrauen statt Verbote: Sie ermutigen zur Teilnahme und erklären Grenzen mit Gründen.
- Konkrete Beispiele: typische Situationen aus dem Arbeitsalltag statt abstrakter Grundsätze.
- Erkennbare Ansprechpersonen: Wer hilft bei Fragen, wer entscheidet bei Vorfällen?
- Passung zur Organisation: Ton und Inhalt spiegeln Kultur, Branche und Risikolage wider.
Auswahl veröffentlichter Guidelines
Die folgenden Organisationen haben Social Media Guidelines oder vergleichbare Leitfäden veröffentlicht. Die Zusammenstellung stammt aus unserer langjährigen Beobachtung des Themas. Fassungen werden von den Organisationen laufend angepasst, bitte nutzen Sie jeweils die aktuelle Version auf deren Website.
| Bereich | Organisationen |
|---|---|
| Industrie und Konzerne | Linde, Fresenius, voestalpine, Deutsche Post DHL Group, Kodak, SIX |
| Dienstleistung und Verbände | Wirtschaftskammer Österreich, DATEV, Internet Advertising Bureau Austria |
| Öffentliche Hand und Medien | Stadt Wien, ORF |
| Soziale und gemeinnützige Organisationen | Österreichisches Rotes Kreuz, Caritas |
Warum Übernehmen nicht funktioniert
Fremde Guidelines spiegeln fremde Rahmenbedingungen: eine andere Rechtslage, eine andere Kultur, andere Risiken und ein anderes Verständnis vom Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Beschäftigten. Wer sie kopiert, übernimmt Regeln, die im eigenen Alltag nicht passen oder nicht gelebt werden, und wer Regeln nicht lebt, schwächt die Glaubwürdigkeit der gesamten Richtlinie. Hinzu kommen Urheberrechtsfragen bei wörtlicher Übernahme.
So nutzen Sie Beispiele sinnvoll
Vergleichen Sie mehrere Guidelines anhand eines einfachen Rasters:
- Umfang und Format: Kurzfassung oder Handbuch?
- Ton: ermutigend, neutral oder streng?
- Struktur: Welche Bausteine gibt es, welche fehlen?
- Rollen: Wer ist zuständig, wer entscheidet?
- Konsequenzen: Wie wird mit Verstößen umgegangen?
- Praxisnähe: Gibt es Beispiele, Checklisten, Entscheidungshilfen?
Daraus lässt sich ableiten, was zu Ihrer Organisation passt. Der Aufbau einer eigenen Richtlinie ist unter Inhalte von Social Media Guidelines beschrieben.
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